TOP Ö 1: Nahverkehrsplan für den Landkreis Kelheim (Anlage)

Herr Studenik gibt Erläuterungen zur beabsichtigten Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Landkreis Kelheim und der Mobilitätsstudie. Die Fortschreibung ist wegen Änderungen der Schullandschaft, neuer Ärzte- und Einkaufszentren, neuer Siedlungen etc. notwendig. Aus Kostengründen erfolgt die Fortschreibung durch den Landkreis selbst. Es werden daher in den nächsten Tagen Fragebögen an die Gemeinden und Verkehrsunternehmen im Landkreis versandt. Zusätzlich erfolgt eine Haushaltsbefragung mittels eines Fragebogens. Der Fragebogen ist sehr umfangreich, dennoch rechnet die Verwaltung mit einer Rücklaufquote zwischen 5 und 10  Prozent. Er enthält aber alle für die Fortschreibung erforderlichen Daten. Weiterhin werden Befragungen durch uns bzw. durch unsere Praktikanten vorgenommen. Die Mobilitätsstudie ist Teil des Nahverkehrsplans, den die Regierung als Genehmigungsbehörde zu berücksichtigen hat. Bei der Fortschreibung wird auch die Einführung alternativer Bedienungsformen geprüft. Die Kosten einer einfachen Mobilitätsstudie dürften bei Fremdvergabe bei ca. 15.000 € liegen, während die Fortschreibung des Nahverkehrsplans Kosten zwischen 50.000 € und 100.000 € verursachen dürfte.

 

Kreisrat Gural moniert den umfangreichen Fragebogen und ergänzt, dass kaum eine Rücksendung erfolgen wird. „Er wird in die Papiertonne wandern, verursacht nur Kosten und bringt nichts“. Außerdem muss die Fortschreibung auf professioneller Basis vorgenommen werden. Die Fragebögen dürfen daher nicht ausgeteilt werden. Dem schließen sich auch die übrigen Ausschussmitglieder an. Studenten können nach Aussage von Kreisrat Gural keine Befragungen durchführen. Er verweist auf die Mobilitätsstudie des Landkreises Tirschenreuth, deren Kosten der Freistaat übernommen hat. Das Modell in Tirschenreuth funktioniert gut. Das Taxi holt den Fahrgast ab, der Landkreis erhält Fördermittel vom Freistaat Bayern. Es sollten daher Auskünfte eingeholt werden, ob noch Fördermittel zur Verfügung stehen. Seit Jahren wird ohne Erfolg eine Mobilitätsstudie angeregt. Die Verwaltung soll die näheren Einzelheiten beim Landratsamt Tirschenreuth erfragen.

 

Kreisrat Gural verweist auf den Bürgerbus in Langquaid, der sich bewährt hat. Für den Landkreis ist aber die Beauftragung eines Institutes unumgänglich, das derartige Arbeiten erledigen kann. Für den ÖPNV werden erhebliche Mittel aufgewendet, so dass jetzt auch Mittel für Experten ausgegeben werden sollten. Kreisrat Kiermeyer stimmt den Ausführungen von Kreisrat Gural zu. Außerdem sei der Rufbus im Mainburger Raum nicht bekannt. Dem widerspricht Landrat Dr. Faltermeier, da er intensiv beworben wurde. Kreisrat Hackelsperger ist ebenfalls für die Einholung von Angeboten. Sollten aber zu hohe Kosten entstehen, soll der Landkreis die Arbeiten selbst erledigen.

 

Landrat Dr. Faltermeier weist darauf hin, dass die Fortschreibung im Hause eine erhebliche Kosteneinsparung bedeutet und auch die Fragebögen von den beiden Diplom-Geographinnen und somit von Profis gestaltet worden sind. Bei der Erstellung des Fragebogens haben sich die Diplom-Geographinnen gewissenhaft nach Recherchen an erfolgreichen, ähnlichen Projekten orientiert. Interessierte werden den Fragebogen ausfüllen und zurückgeben, sofern sie Bahn/Bus nutzen. Zum Thema alternative Bedienungsformen bringt er sein Bedauern über die fehlende Nutzung des Rufbusses im Raum Mainburg zum Ausdruck. Gleichzeitig weist er auf die im Landkreis verkehrenden Freizeitbusse hin. Die Kreisräte Faltermeier und Reiser führen aus, dass keine Fahrgäste das Rufbus-Angebot nutzen, obwohl das Angebot ausreichend beworben wurde.

 

Herr Studenik weist noch auf einige Initiativen für einen Bedarfsverkehr in der Stadt Kelheim hin, die jedoch keine Resonanz erbracht haben.

 

Nach eingehender Diskussion erfolgt folgender

 


Beschluss:

 

Einholung von Angeboten für

 

  1. Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Landkreis Kelheim,
  2. Mobilitätsstudie für den Landkreis Kelheim,
  3. Fortschreibung des Nahverkehrsplans und der Mobilitätsstudie
  4. Anfrage beim Landratsamt Tirschenreuth bezüglich des geförderten Projektes